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Bei der Wärmebehandlung macht man sich die gestörte Wärmeregulationsfähigkeit des an Tumor erkrankten Menschen zunutze. Diese Menschen haben ein starres und unbewegliches Tagestemperaturprofil. Anamnesisch geben die Patienten an, dass sie in den letzten Jahren keine fieberhaften Infektionen hatten und sehr gesund gewesen seien. Es ist auch bewiesen, dass die Aktivität menschlicher Abwehrzellen den zirkadianen Tages- Temperaturrhythmen unterliegen. Während der Tageszeiten mit hoher Temperatur haben die Killerzellen eine hohe Aktivität. Auch die Granulozyten haben bei erhöhter Temperatur eine höhere Stoffwechselaktivität (Leukozytolyse). Aus diesem Grunde zeigt sich nach Gabe von temperatur- stimulierenden Phytotherapeutika (z.B. Misteltherapie) eine deutlich erhöhte Leukozytolyseaktivität.
 Da die Tumorzellen keine Thermoregulation haben, sind sie sehr hitzeempfindlich. Im Temperaturbereich von 40-42 °C Grad werden sie direkt letal geschädigt. Die Wirksamkeit der Hyperthermiebehandlung kann man sich durch folgende Mechanismen erklären: Tumorzellen haben eine verminderte Thermoregulationsfähigkeit. Eine regionale Überwärmung führt zu einer vermehrten Durchblutung des den Tumor umgebenden gesunden Gewebes, wodurch es zu einer reaktiven Minderdurchblutung und Nährstoffverarmung im Tumor kommt. Der daraus resultierende Sauerstoffmangel und Nährstoffverarmung führt durch anaerobe Energiegewinnung zur Entwicklung eines sauren Zellmilieus, so dass die Enzyme und Proteine im Tumorgewebe denaturieren, infolge dessen werden die Reparaturmechanismen gehemmt und letztendlich sterben die Tumorzellen ab. Tumorzellen verändern sich unter der Hitzewirkung so, dass das körpereigene Immunsystem sie besser von gesundem Gewebe unterscheiden kann. Bei einer Temperatur ab 41°C Grad kommt es an der Tumorzelle zur Induktion von Hitzeschockproteinen. Diese speziellen Proteine dienen den Abwehrzellen als Erkennungszeichen. Z.B. HSP72 geht mit einer erhöhten Sensitivität gegen die Zytotoxizität von IL-2-stimulierenden NK-Zellen einher, da HSP72 eine spezifische Erkennungsstruktur für NK-Zellen darstellt. Es konnte auch gezeigt werden, dass es durch Überwärmung des Tumorgewebes zur Aktivierung verschiedener Zytokine kommt. Z.B. IL-1ß, IL-6, IL-8, IL-10, TNF-a, G-CSF. Durch die anaerobe Energiegewinnung wird eine Wirkungsverstärkung der Chemotherapie bzw. Strahlentherapie erzielt, und über den Zuckerabbau entsteht als Endprodukt vermehrt Säure. Durch die Änderung des Säuregehaltes in der Flüssigkeit zwischen den Krebszellen kommt es zu einer Depolarisation der Tumorzellmembran. Dadurch steigt die Durchlässigkeit der Membran für Chemotherapie. Die heilende Wirkung von Chemotherapie wird verstärkt, und die Nebenwirkungen gesenkt. Zahlreiche Fallbeispiele belegen die ebenfalls oft erfolgreiche Therapie nur mit lokaler Hyperthermie. Die Wärme aktiviert die ruhenden Zellen aus der GO-Phase in die G1 bzw. in die S-Phase und macht sie für die Chemo- und Strahlentherapie bereit.
Die Blutgefäße im Tumorgewebe haben einen insuffizienten Wandaufbau, so dass sie sich nicht an die Temperaturänderungen anpassen können. Nach weiteren Hyperthermiebehandlungen kommt es zur Endothelschwellung und Mikrothrombosen und somit auch zu einer Abnahme des Blutflusses, bei der zu Beginn der Therapie vermehrte Durchblutung gewährleistet war. Dieser Effekt ist bei Temperaturen über 42 Grad stärker ausgeprägt. Diesen Vorgang nennt man den angiogenetischen Block
Die Behandlung selbst ist einfach, nicht-invasiv und völlig schmerzfrei. Den Behandlungszeitraum von etwa 40-60 Minuten pro Sitzung verbringt der Patient entspannt auf einer Liege, die einem Wasserbett ähnelt. Ein Applikationskopf wird im Bereich des Tumors vom medizinischen Personal angebracht. Eine aufwendige exakte Lokalisierung des Tumors ist hier nicht notwendig, da nur das Tumorgewebe in der gewünschten Weise auf die Behandlung reagiert. Die gesamten Daten des Vorgangs werden elektronisch gespeichert, so dass der Arzt jederzeit Zugriff auf alle für die Behandlung relevanten Daten hat.

Kombinationen: Die Hyperthermie kann mit allen onkologischen Behandlungsmethoden kombiniert werden. Eine negative Beeinträchtigung der Wirkung anderer Behandlungen ist nicht zu beobachten, vielmehr unterstützt die Hyperthermie andere Behandlungsmethoden.
Die Häufigkeit der Behandlungen: Dauer und Häufigkeit der Behandlung hängen insbesondere vom Gesundheitszustand des Patienten, aber auch von vielen anderen Faktoren ab. Die Entscheidung über den detaillierten Behandlungsplan obliegt daher dem behandelnden Arzt. Üblicherweise dauert eine Behandlung ca. 40-60 Minuten, wobei diese 10- 12 Mal - meist im Abstand von zwei Tagen wiederholt wird. Insbesondere bei der Kombination mit anderen Behandlungsmethoden kann von dieser Regel jedoch abgewichen werden. Die ständige computergestütze Überwachung der Behandlungen ermöglicht es dem Arzt, Behandlungsdauer und -häufigkeit ständig zu optimieren.
Risiken und Nachteile: Bislang wurden bei der Behandlung durch OncoThermie keinerlei Risiken, Nebenwirkungen oder Beeinträchtigungen anderer Behandlungen festgestellt.
Loco- regionale Elektro- Hyperthermie Die loco-regionale OncoThermie EHY-2000 ist ein optimales Therapiegerät für die nicht invasive Tiefenhyperthermie lokaler und regionalbegrenzter Tumorarten. Sie kombiniert die klassischen Erkenntnisse der Überwärmungsbehandlung mit neuesten Forschungsresultaten über die Effekte elektrischer Felder auf Tumorgewebe. Ein elektronisches Steuerungssystem garantiert eine individuelle Einstellung der OncoThermie auf Patient und Tumor.
Anwendungsspektrum: Hirntumore wie Astrozytom oder Glioblastom Gynäkologische Tumore, wie Zervix- und Ovarialkarzinom Lungen- und Lebertumore bzw. Metastasen Pankreaskarzinome, Magen-, Darm- und Blasenkreb
Nierentumore und deren Metastasen
Die vom Tumor betroffene Region wird zwischen zwei in jede Richtung beweglich Applikatoren fixiert. Computergesteuert werden modulierte Kurzwellen im Tumor bzw. Tumorbett gebündelt, dadurch erfolgt eine Erwärmung des Tumorgewebes auf 42 °C bis maximal 44°C. Diese Temperatur wird für etwa 60 bis 90 Minuten im Tumorgewebe aufrecht erhalten. Die unzureichende Wärmeregulierung im Tumorgewebe führt dort zu einem Hitzestau. Angrenzendes gesundes Gewebe wird bei der Erwärmung bis auf 44°C auch beeinflußt, kann aber die Hitze durch eine Steigerung der Durchblutung leicht abführen. Diese Eigenschaft besitzt das Tumorgewebe aufgrund seiner primitiveren Blutversorgung nicht. |