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Dr. med. Ortwin Zais

Dr. med. Petra Paul-Zwetsch

Arzt Otfried Waldeck

 
ganzkörperhyperthermie

Bei der Ganzkörperhyperthermie wird der ganze Körper mittels reflektierter Infrarotstrahlung erwärmt, wobei Rektaltemperaturen bis maximal 40,5°C angestrebt werden.

 

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Indikationen:

Die moderate Ganzkörper-Hyperthermie wird in der Onkologie angewandt bei Tumorpatienten nach erfolgter Primärbehandlung im tumorfreien Stadium zur Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität, d.h. zur Immunstimulation, Immunmodulation, Schmerzreduktion, "Entgiftung" und Entschlackung, Verbesserung der Stimmungslage (antidepressive Wirkung) sowie bei Tumorprogress zur Wirkungsverstärkung bestimmter Chemotherapeutika.

Im nicht onkologischen Bereich ist die Hyperthermie außerdem wirksam bei chronisch entzündlichen Erkrankungen des Verdauungstraktes (z.B. M.Crohn), bei degenerativ bedingten Gelenkveränderungen  (z.B. Arthrosen), Fibromyalgie, chronischen Rückenschmerzen und Muskelverspannungen besonders im Bereich tiefer liegender Muskeln wie z.B. der Becken- oder Lumbalregion, bei verschiedenen Hauterkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis, Akne). Weitere Indikationen: Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, rheumatische und allergische Erkrankungen .

Kontraindikationen:

Allgemein entsprechen die Kontraindikationen der moderaten Ganzkörper-Hyperthermie denen von Überwärmungsbädern und Saunagängen.

Absolute Kontraindikationen: Schwangerschaft, akute Entzündungen, Lungentuberkulose, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, schwere Herzrhythmusstörungen, Thrombose, Marcumartherapie, Leberzirrhose, etc. Im Einzelfall werden im Aufnahmegespräch zu erwartende Komplikationen und individuelle Risiken besprochen. Nach über 6-jähriger Erfahrung mit dieser Behandlungsmethode traten bei uns unter Beachtung der Kontraindikationen bisher keine ernsthaften Komplikationen auf.

Wirkung:

Die moderate Ganzkörper-Hyperthermie ist eine insgesamt gut verträgliche Überwärmungstherapie, bei der mittels Infrarot-A-Strahlung die Körperkerntemperatur schonend und berührungsfrei auf 38,5 bis maximal 40,5°C erhöht wird. Bei einer milden Ganzkörper-Hyperthermie werden (bei verschiedenen chronischen Erkrankungen) Hyperthermie-Behandlungen mit Rektaltemperaturen bis maximal 38,5°C  durchgeführt mit entsprechend kürzeren Behandlungszeiten.

Das sog. "Überwärmungsbett" (nach Heckel) besteht aus einem Strahlergehäuse mit 4 einzeln zuschaltbaren Infrarot-A-Stahlern, welche mit speziellen Reflektorflächen versehen sind und so eine totale Reflexion der Strahlung ermöglichen.

Der Patient liegt hierbei in einer flexiblen Kabine aus wärmedämmenden, innen verspiegelten Folien, die mit Klettverschlüssen abgedichtet werden und jederzeit von innen (durch die PatientInnen) oder von außen durch den/die BehandlerIn geöffnet werden können. Eine durchsichtige Öffnung im Kabinendach reguliert die Luftzufuhr und ermöglicht Sicht- und Sprechkontakt Der Kopf des/der PatientIn kann im Einzelfall (z.B bei Angstzuständen) auch außerhalb der Kabine gelagert werden.

Während der Behandlung wird der/die PatientIn kontinuierlich überwacht: Körpertemperatur, Blutdruck, Pulsfrequenz  und Sauerstoffgehalt des Blutes werden während der Bestrahlungsphase (die in Abhängigkeit von der individuellen Verträglichkeit 60 bis 90 Minuten dauert) regelmäßig gemessen. Gleichzeitig erhält er zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes Getränke sowie Sauerstoffinhalationen bei Bedarf; die Befindlichkeit wird durch das betreuende Personal während des gesamten Behandlungszeitraumes „kontrolliert“,

Erfahrungsgemäß wird nach etwa 30 Minuten eine Erhöhung der Körperkerntemperatur um ca. 1°C erreicht. In der anschließenden Wärmestauphase wird der/die PatientIn in Baumwolllaken und die thermoisolierende Abdeckfolie der Wärmekabine eingehüllt, wobei in einem Zeitraum von 2 bis 3 Stunden ein weiterer Anstieg der Körpertemperatur um ca. 1°C erreicht wird ohne dass erneut Wärme von außen zugeführt werden muss. Nach Erreichen der (individuell unterschiedlichen) Maximaltemperatur, die möglichst lange gehalten werden sollte (sog. Plateauphase), sinkt die Körpertemperatur langsam wieder ab. In dieser Phase befinden sich die meisten PatientInnen in einem Zustand der Entspannung verbunden mit einem hohen Schlafbedürfnis, das bei gleichzeitig guter Stimmungslage in der Regel bis zum nächsten Tag (manchmal auch länger )anhält.

Zusätzlich zu den bisher aufgeführten internistisch-onkologischen Behandlungsindikationen kann die Ganzkörper-Hyperthermie im Sinne eines körperorientierten Verfahrens bei psychotherapeutischen Behandlungen unterstützend wirken (insbesondere bei tiefenpsychologisch orientierter Psychotherapie).